Weitere Wettbewerbsklage der US-Regierung gegen Google | Freie Presse

Internetgiganten in den USA haben es lange Zeit leicht, den Wettbewerb zu kontrollieren. Doch jetzt weht in Washington ein anderer Wind. Google bekommt die Auswirkungen nun zunehmend zu spüren.

Washington

Die Wettbewerbshüter der US-Regierung erhöhen mit einer zweiten Klage den Druck auf Google. Diesmal werfen sie dem Internetgiganten unlauteren Wettbewerb auf dem Online-Werbemarkt vor. In der am Dienstag veröffentlichten Klage fordert das US-Justizministerium unter anderem die Aufspaltung der Google-Sparte, in der Werbetechnik verpackt ist.

Google habe auf wettbewerbswidrige und illegale Methoden zurückgegriffen, um jede Bedrohung seiner eigenen Dominanz auf dem Online-Werbemarkt zu beseitigen. Unter anderem kaufte der Internetkonzern laut Anklage frühzeitig potenzielle Konkurrenten. Durch das Vorgehen von Google verdienen Webseitenbetreiber weniger und Werbetreibende müssen mehr zahlen, kritisiert das Justizministerium. Das tut am Ende allen weh.

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Google entgegnete, dass die Klage des Justizministeriums „versuchte, Gewinner und Verlierer im hart umkämpften Bereich der Werbetechnologie zu ermitteln“. Es basiert auf fehlerhafter Argumentation, die Innovationen verlangsamen, Werbegebühren erhöhen und Tausenden kleiner Unternehmen das Wachstum erschweren würde, sagte das Unternehmen.

Im Fokus der Klage steht der sogenannte „Ad Technology“-Markt – insbesondere die Technologien für Auktionen, bei denen Werbeflächen in kürzester Zeit versteigert werden, bevor dem Nutzer eine Website angezeigt wird.

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Googles Zugeständnisse waren nicht genug

Eine Intervention der US-Regierung ist seit einiger Zeit in Sicht. Das Wall Street Journal berichtete letzten Sommer, dass Google dem Justizministerium eine Konzession angeboten hatte, um seine Ad-Tech-Sparte an ein separates Unternehmen auszulagern. Allerdings müsste es Googles Schwesterunternehmen unter dem Dach der Alphabet-Holding bleiben – und die Zugeständnisse der Regierung gingen nicht weit genug.

In der ersten Klage im Herbst 2020 warf die US-Regierung Google Kartellverstöße im Internet-Suchgeschäft zu Zeiten von Präsident Donald Trump vor. Der Konzern soll Deals mit Smartphone-Anbietern und Netzbetreibern abgeschlossen haben, um seiner Suchmaschine eine Sonderstellung zu verschaffen. Google weist die Vorwürfe zurück. Der Prozess in dem Fall soll noch in diesem Jahr beginnen.

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Mehrere US-Bundesstaaten schlossen sich der Klage an. Dazu gehört neben New York auch Kalifornien, wo Google seinen Hauptsitz hat. Einige Bundesstaaten haben in den vergangenen Jahren bereits eigene Klagen gegen Google eingereicht. Das Unternehmen wies am Dienstag darauf hin, dass die neue Klage des Justizministeriums weitgehend auf einer Klage des texanischen Generalstaatsanwalts Ken Paxton beruht, die von einem Gericht weitgehend abgewiesen wurde. (dpa)

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