WDR-Sport: BVB-Stürmer Moukoko – Paradebeispiel für ein Problem des Profifußballs

Stand: 01.04.2023 20:39 Uhr

Borussia Dortmund kämpft um den Verbleib von Youssoufa Moukoko. Wenig überraschend geht es bei den noch nicht erfolgreichen Vertragsverhandlungen ums Geld.

Die Diskussion, dass sich der Fußball immer weiter von den Fans entfernt, ist nicht neu. Eine Erhöhung der Transfers und Gehälter, die WM in Katar, höhere Preisgelder in der Champions League, eine mögliche Premier League – der Fußball wird zunehmend von wirtschaftlichen Faktoren bestimmt. Und da sie für den Alltag der Fans keine Relevanz mehr haben, distanzieren sie sich zunehmend vom Profifußball.

Moukoko wehrt sich – doch die Probleme bleiben

Ein Paradebeispiel dafür sind die Vertragsverhandlungen zwischen Borussia Dortmund und Youssoufa Moukoko. Davon gibt der BVB selbst natürlich nichts preis, auch inhaltlich hält sich der Spieler bedeckt. Der Grund, warum der im Sommer auslaufende Vertrag noch nicht verlängert wurde, ist laut übereinstimmenden Medien so einfach wie einleuchtend: Es geht ums Geld.

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Laut “Bild” soll Moukoko ein Gehalt von sieben Millionen Euro plus Prämien verlangen, was Moukoko auf Instagram dementierte. Nach Informationen von „Ciel“ soll der 18-Jährige zudem auf einer Einmalzahlung von mehr als zehn Millionen Euro für die Unterzeichnung der neuen Arbeitsurkunde bestehen.

Dortmund will bald Fakten schaffen

Unabhängig vom Wahrheitsgehalt der Berichterstattung: Klar ist, dass der BVB mit seinem Top-Talent eigentlich weiterarbeiten will. Moukoko hat in seiner Jugend alle Torschützenrekorde gebrochen, ist trotz seines jungen Alters fester Bestandteil der Profi-Startelf und hat in dieser Bundesliga-Saison bereits sechs Tore erzielt.

Allerdings will Dortmund nicht mehr lange pokern. „Natürlich wollen wir die Entscheidung rechtzeitig treffen. Wichtig ist, dass alle Beteiligten Klarheit haben“, sagte Sportvorstand Sebastian Kehl der „WAZ“.

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Vieles deutet darauf hin, dass ein junger Profi-Fußballer erneut dem Ruf des Geldes folgen wird. Aber ist Moukoko schuld? Fans sehen das Thema anders und sind persönlich enttäuscht, wenn ihre Liebsten den Verein verlassen. Für Moukoko aber dreht sich alles um seinen Job, und mit Interessenten wie dem FC Chelsea hat er nun die Chance, sich bei zumindest gleicher sportlicher Perspektive finanziell zu verbessern.

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Moukoko fordert, weil der Markt es möglich macht

Es bräuchte extrem gute Argumente, um einen Spieler im Verein zu halten. Sowohl die Fans als auch (Verlags-)Clubs sind schlichtweg Opfer des Geschäfts. Gerade junge Profis um die 20 sind heiß begehrt und können sich oft nicht nur aussuchen, wo sie spielen möchten, sondern auch hohe Summen verlangen. Denn die Topklubs – und Moukoko will einen – haben oft die entsprechenden Möglichkeiten durch externe Geldgeber.

Verliert der BVB das Vertragsspiel am Ende, werden vor allem die Fans erneut leiden. Es wäre ein weiteres Beispiel dafür, dass es im Fußball nicht um „wahre Liebe“ (der Dortmunder Vereinsslogan) geht, sondern ums Geschäft. Den größtmöglichen Nutzen zu suchen – finanziell und sportlich. Und schließlich bestimmt der Markt die Preise. Nicht der Spieler.

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